Anpassungsstörung

Was ist los mit mir?

Wie geht es weiter? Was tun nach einer Trennung? Was passiert, wenn man umziehen muss? Wie gehe ich mit einem Arbeitsplatzverlust um?

Diese Fragen können im Leben aufkommen und seelische Wunden hinterlassen. In den meisten Fällen wissen wir nach einer Umbruchsituation kurz nicht weiter. Viele Fragen kommen auf und wollen beantwortet werden. Das ist schwierig. Vor allem, wenn beispielsweise Trennungsschmerz, Liebeskummer oder die Frage nach dem „Und jetzt?“ im Raum stehen.

Sollte der Zustand des Schmerzes und der Zerrissenheit nicht nachlassen und mehr als vier Wochen überdauern, kann es sein, dass man unter einer Anpassungsstörung leidet. Über diese können Sie gern mit einem Heilpraktiker für Psychotherapie sprechen und diese mit ihm therapeutisch bearbeiten.

Was ist eine Anpassungsstörung (allgemein)?

Eine Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf ein einmaliges oder ein fortbestehendes belastendes Lebensereignis. Sie kann sich in negativen Veränderungen des Gemütszustandes oder auch in Störungen des Sozialverhaltens (zwischenmenschlich) ausdrücken. Sie tritt auf, wenn Menschen einen neu eingetretenen schwierigen psychischen oder physischen Zustand über einen längeren Zeitraum hinaus nicht akzeptieren können bzw. sich an die neue Lebenssituation nicht adäquat anpassen können.

Auslösende Stressoren können beispielsweise familiäre oder berufliche Konflikte oder Probleme, finanzielle Schwierigkeiten, körperliche Erkrankungen sowie Krankheits- oder Todesfälle in der Familie/im Bekanntenkreis, die Geburt eines Kindes, rechtliche Probleme oder auch Umzüge sein. Entscheidend für die Belastung ist das persönliche Empfinden einer Person. Eine Anpassungsstörung hält meist nicht länger als sechs Monate an, außer bei der längeren depressiven Reaktion.

Normale und krankhafte Reaktion

Im Laufe des Lebens sind Menschen einer Reihe von negativen, belastenden Lebensereignissen ausgesetzt, die in der Regel entsprechend verarbeitet werden. Starke Gefühle von Ärger, Trauer, Betroffenheit und Hilflosigkeit, die durch verschiedene Belastungssituationen oder Schicksalsschläge ausgelöst hervorgerufen werden, sind normale Reaktionen.

Ab welcher Schwelle therapeutische Hilfe notwendig ist, kann in einem Gespräch mit einem Heilpraktiker für Psychotherapie abgeklärt werden. In einer Therapie werden dann Wege gesucht, die Belastungen abzubauen oder – wenn dies nicht möglich sein sollte – mit den Belastungen besser umgehen zu lernen.

Mögliche Symptome

Die Symptome können sehr vielfältig sein und hängen individuell von der Person und dem als Belastung empfundenen Ereignis ab. Folgende Symptome sind möglich:

  • Es liegt ein belastendes Ereignis vor.
  • Gefühl von Bedrängnis
  • wütend und traurig zugleich
  • emotionale Beeinträchtigung
  • verändertes Sozialverhalten
  • Probleme mit Nähe/Distanz
  • evtl. sozialer Rückzug
  • Gefühle der Leere
  • Gedankenkreisen (Grübeln)
  • geistiges Verhaftetbleiben (Präokkupation)
  • gesteigerte Sorge
  • Freudlosigkeit
  • Trauer
  • Angst
  • depressive Verstimmung

Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen), ohne jedoch so markant zu sein, dass die speziellen Diagnosen gegeben werden können. Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Problem sein.

Ralf Friedrich