Burnout

Was ist eigentlich Burnout?

Burnout gilt als „Zustand der totalen Erschöpfung“. Das „Ausgebranntsein“ stammt als Namenshintergrund von der Theorie ab, Burnout entstehe durch eine Ungleichheit von Ressourcen, die ein Mensch hat und jene, die er benötigt, um eine gewünschte Leistung zu erbringen. Die Person „brennt“ also sprichwörtlich aus. Einige Forscher gehen davon aus, es gebe eine eindeutige Korrelation zwischen Burnour und überdurchschnittlich viel Stress. Diese Annahme wird zwar durch viele Untersuchungen gestützt und gilt als besonder wahrscheinlich, kann jedoch bisher nicht eindeutig belegt werden. Vornehmlich umfasst das Burnout-Syndrom „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Nach dieser Einstufung ist Burnout eine Rahmen- oder Zusatzdiagnose und keine Behandlungsdiagnose, die zum Beispiel die Einweisung in ein Krankenhaus ermöglichen könne. Dagegen ist die Feststellung einer Depression eine Behandlungsdiagnose.

Burnout: Verlauf

H. Freudenberger und G. North haben zwölf Phasen im Verlauf des Burnout-Syndroms identifiziert (→ s. Wikiartikel zum Thema Burnout). Die Reihenfolge muss jedoch nicht wie in der folgenden Auflistung verlaufen:

1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
2. extremes Leistungsstreben zur Erfüllung (scheinbarer) Erwartungen (anderer)
3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
4. Überspielen oder Ignorieren von Problemen und Konflikten
5. Zweifel an sich und an Freunden
6. Verleugnung von Problemen (z.B. Komplettes Blockieren, wenn man auf ein eventuelles Problem bzgl. der eigenen Psyche angesprochen wird.)
7. sozialerRückzug: Kontakte zu anderen werden auf ein Minimum reduziert
8. offensichtliche Verhaltensänderungen; Gedanken, wertlos zu sein, nehmen zu
9. das Leben verläuft zunehmend funktional („Man funktioniert einfach…“)
10. innere Leere; mitunter kommt es zu dem Versuch, die entstehenden Gefühle der Leere durch extreme sexuelle Gewohnheiten,
Süchte oder abstruses Verhalten zu überspielen bzw. scheinbar zu überwinden
11. Anzeichen von Erschöpfung und Gleichgültigkeit; Anzeichen einer Depression
12. mögliche Gedanken an einen Suizid; akute Gefahr eines Zusammenbruchs

Mögliche Burnout-Symptome

… auf emotionaler Ebene

  • großer Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen
  • Gefühle des Versagens und Ärgers
  • Schuldgefühle
  • Entmutigung und Gleichgültigkeit
  • Frustration
  • Stimmungsschwankungen

… auf kognitiver Ebene

  • Konzentrationsstörungen

… auf motorischer Ebene

  • nervöse Ticks (z.B. Nägel kauen, Aufkratzen)
  • Verspannungen

… in Form psychosomatischer Beschwerden

  • tägliche Gefühle von Müdigkeit und Erschöpfung (Neurasthenie)
  • Schlafstörungen
  • sexuelle Probleme

… in Form von Erkrankungen

  • häufige Erkältungserscheinungen
  • oftmals Kopfschmerzen
  • mehrfach Schwindelgefühl
  • wiederholte Rückenschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden

Ralf Friedrich